Sonstige Forschungsfragen

Über die benannten Forschungsfragen hinaus ist die Komplementäre Führungstheorie auch für diverse andere personalwissenschaftliche Bereiche potenziell nutzbringend. Es bleibt abzuwarten, bei welchen – über die hier genannten Themengebiete hinausgehenden – Problemstellungen die Scientific Community in der Zukunft auf die einzelnen Theoriebestandteile referenziert.

Führen in Teilzeit

„Jede Stelle ist immer Ergebnis und Bestandteil von Arbeitsteilung und daher ihrerseits auch stets weiter teilbar.“ (Andreas Hoff). In der Tat liegt einer der wesentliche Gründe dafür, dass das Führen in Teilzeit noch immer verbreitet für problematisch erachtet wird, in der mangelhaften aufbauorganisatorischen Spezifikation vieler Führungsstellen. Was nicht klar definiert ist, lässt sich auch nicht sinnvoll teilen – und eben hier erweist sich die Komplementäre Führungstheorie als nützlich, theoretisch wie praktisch. Mehr zum Thema finden Sie auf der nichtkommerziellen Informationswebsite »www.teilzeitfuehrung.info«.

Persönlichkeitsmerkmale von Führungskräften

„Born or built?“ – diese Leitfrage treibt ForscherInnen und PraktikerInnen gleichermaßen um. Ist man als gute Führungskraft geboren oder kann man effektives Führen lernen? Im Projekt EPA@Work (evidence-based personality assessment @ work) gehen Prof. Nachtwei und Kollegen dieser Frage für verschiedene Zielgruppen nach. Unter anderem wird für General Manager geprüft, in welcher Relation Persönlichkeitsmerkmale wie Emotionale Belastbarkeit und Teamorientierung zur Leistung, Zufriedenheit und Gesundheit von Führungskräften stehen. Alle Details und aktuelle Informationen zum Projektcluster finden sich auf der Website »ResearchGate«.

Personalstrategie

Im theoretischen Bezugsrahmen der Komplementäre Führung wird Personalstrategie verstanden als eine Führungsroutine (= Führungsaktivität) . Sie umfasst die strategische Planung aller HR-Aktivitäten für die kommende Geschäftsperiode nebst ihrer langfristigen Auswirkungen sowie die laufende Kontrolle in Bezug auf die Strategieumsetzung. Dies hat bedeutsame Implikationen für die Untersuchung personalstrategischer Fragestellungen, denn wer unter dem Begriff der Personalstrategie z.B. nach der Aufbauorganisation oder verschriftlichten Mission der Personalabteilung sucht, wird kaum tiefere Erkenntnisse über die strategische Steuerung der Personalaktivitäten gewinnen. Mehr dazu in diesem »Zeitschriftenbeitrag«.