Betriebliche Führungsmodelle

Jede größere Organisation, ob Unternehmen, Behörde oder NGO, sollte über ein betriebliches Führungsmodell verfügen. Darunter sind grundsätzliche Festlegungen in Bezug auf Führung in einer konkreten Organisation zu verstehen, im Sinne einer Verfassung der Personalarbeit. Bei der Entwicklung und Implementierung betrieblicher Führungsmodelle geht es also um nichts andere als um die grundlegende Strukturierung der Personal- und Führungsarbeit im Unternehmen. Die Komplementäre Führungstheorie bietet eine theoretische Grundlage dafür.

Führungsmodelle, Führungsgrundsätzen, Führungsleitlinien

Betriebliche Führungsmodelle werden hier synonym gesetzt mit sog. Führungsgrundsätzen und Führungsleitlinien. Es handelt es sich um grundsätzliche Festlegungen in Bezug auf Führung in einer konkreten Organisation im o.g. Sinne einer Verfassung der Führungs- und Personalarbeit. Zwar lassen sich unter Führungsgrundsätzen/-leitlinien auch thesenartige Leitsätze verstehen, die Führung in eher allgemeiner Form beschreiben. Auch diese sind freilich nichts anderes als betriebliche Führungsmodelle, nur eben oberflächliche.

Entwicklung und Implementierung von Führungsmodellen

In Organisationen oder Organisationseinheiten ein neues Führungsmodell einzuführen, ist nichts anders als ein Projekt. Der Entwicklungs- und Einführungsprozess folgt im Wesentlichen dem üblichen Vorgehen bei sonstigen betrieblichen Konzepten. Nach Kontextanalyse und Zielfindung sind geeignete Inhalte zu erarbeiten und organisationsweit zu implementieren. Die Komplementäre Führungstheorie bietet einen Rahmen für die Strukturierung, muss allerdings den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Bewährt hat sich ein Projektdesign mit fünf Projektphasen: 1. Erstellung eines Modellentwurfs, 2. Festlegung des eigentlichen Führungsmodells, 3. Anpassung der Führungs-Infrastruktur (d.h. der führungsbezogenen Detailregelungen), 4. Kommunikation und Schulung des Modells sowie 5. Umsetzung im Führungsalltag und laufende Evaluation. In manchen Organisationen übernehmen interne HR- oder Projektexperten die gesamte Projektplanung/-abwicklung, in anderen werden die entsprechenden Arbeitspakete größtenteils von externen Beratern übernommen.